Die Gewürze
Inbegriff der Ayurveda-Küche

Die Wälder Indiens besitzen einen schier unerschöpflichen Reichtum an medizinischen und aromatischen Pflanzen. Viele dieser Gewürze werden seit vielen Jahrhunderten im Ayurveda verwendet. Welche Kräuter jeweils verwendet werden, hängt von Geschmack und Wirkung des Krautes und von der Krankheit und Konstitution der Person ab. Jede Pflanze hat einen ihr eigenen Geschmack: süß, sauer, salzig, bitter, scharf oder herb.

Durch die Zugabe von Gewürzen kann ganz gezielt eine bestimmte Wirkung erreicht werden. Im Winter empfehlen sich beispielsweise Gewürze mit Pitta-Wirkung. Auch Gewürzmischungen wie die verschiedenen Masalas oder Currypulver können unter ayurvedischen Gesichtspunkten eingesetzt werden, wenn die Eigenschaften und die Wirkung auf Vata, Pitta und Kapha bekannt sind. Kapha-Typen sollten grundsätzlich scharfe Gewürze wählen. Vata-Menschen sollten nicht zu scharfe, aber dennoch würzige Speisen wählen, und für Pitta-Typen empfiehlt es sich, eher mild und zurückhaltend zu würzen.

Die folgende Auflistung macht Sie mit den in der ayurvedischen Küche so beliebten Gewürzen bekannt und stellt die wichtigsten Eigenschaften und Wirkweisen vor.

 

Gewürze – Das „A” und „O”
der ayurvedischen Küche

  • Ajwain
    ist scharf und bitter und reduziert Kapha. Es ist gut für die Atemwege und wird bei Krämpfen und Blähungen verwendet.

     

    Anis
    ist scharf und vermindert Vata. Es beruhigt den Darm und regt die Verdauung an.

     

    Asafoetida
    hat einen scharfen Geschmack, reduziert Vata und Kapha und verstärkt Pitta. Es regt den Darm und das Verdauungsfeuer Agni an und unterstützt die Darmflora.

     

    Bockshornkleesamen
    sind bitter, scharf und gleichzeitig süß. Sie reduzieren Vata und Kapha und stärken Pitta, sind sehr gut bei Schwäche oder Stress, stärken die Nerven und sind ein echter Jungbrunnen.

     

    Chilischoten
    sind scharf und reduzieren Kapha. Sie speichern viel Sonnenenergie und regen damit die Verdauung und den Kreislauf an. Nur vorsichtige Verwendung bei Entzündungen.

     

    Curryblätter
    sind bitter und scharf und reduzieren Kapha und Pitta. Sie sind blutreinigend und stimulieren die Bauchspeicheldrüse.

     

    Fenchel
    ist süß und scharf. Er gleicht alle drei Doshas aus, stärkt die Verdauung, reduziert Blähungen und hilft bei Darmkrämpfen. Er beruhigt die Nerven und fördert den Schlaf.

     

    Ingwer
    ist scharf (frischer Ingwer) oder süß (getrockneter Ingwer). Er unterstützt alle Doshas und beruhigt speziell Vata. Ingwer wirkt wärmend, regt Verdauung und Appetit an, unterstützt die Darmflora, wirkt keimtötend und löst Verschleimungen im ganzen Atemtrakt.

     

    Kardamom
    reduziert alle Doshas, ist ein allgemeines Stärkungsmittel und kräftigt Herz und Gedächtnis. Kardamom regt die Galle an und somit die ganze Verdauung, reinigt den Atem und hilft gut bei Husten.

  • Knoblauch
    enthält alle Geschmacksrichtungen außer sauer und wirkt aufbauend auf alle Doshas. Knoblauch senkt den Blutdruck und das Cholesterin, hilft bei Rheuma, entgiftet und entschlackt.

     

    Koriander
    ist trocken, scharf und bitter (Koriandersamen) bzw. süß, bitter und scharf (frische Blätter). Koriander fördert die Verdauung und regt den Appetit an, hilft bei Entzündungen im Magen-Darm-System sowie den Harnwegen.

     

    Kreuzkümmel
    ist scharf und bitter und stärkt das Verdauungsfeuer Agni. Er regt somit die Verdauung an und wirkt gegen Darmträgheit und Blähungen, stillt Schmerzen, wirkt allgemein anregend, harntreibend und blutreinigend.

     

    Kurkuma
    ist scharf, bitter und herb. Er regt den Appetit an, unterstützt die Darmflora, verringert Blähungen, desinfiziert innerlich und äußerlich und eignet sich deshalb sehr gut zur Wundbehandlung.

     

    Nelken
    sind bitter und scharf. Sie helfen gut bei Erkältung, Zahnschmerzen, Grippe und Husten, fördern den Lymphabfluss und sind schmerzstillend.

     

    Pfeffer
    ist scharf, regt Pitta an und reduziert Kapha. Er vermehrt das Verdauungsfeuer Agni, verbrennt alte Schlacken und sollte immer auf Rohkost gegeben werden.

     

    Senfsamen
    sind scharf, bitter und herb. Sie reduzieren Kapha und Vata und vermehren Pitta. Schleim und Schweiß werden vermindert. Senf fördert geistige Ruhe und Klarheit und beruhigt das Herz.

     

    Zimt
    ist scharf und bitter. Er wirkt stark erhitzend und appetitanregend, erwärmt die Nieren, vermehrt die Harnausscheidung und regt Kreislauf und Durchblutung an.

     

 

Im Internet finden Sie zahlreiche Gewürzanbieter. 
Hier drei Webshops, unter denen Sie hochwertige Ayurveda-Gewürze beziehen können.

www.cosmoveda.com
www.amla.de
www.emport.de

Meine Gewürzmischungen aus den Büchern sind leider nicht im Handel erhältlich.

Lesen Sie weiter

im Kochbuch „Kochen und genießen nach Ayurveda”

Tue deinem Körper etwas Gutes, damit die Seele Lust bekommt, darin zu wohnen.

Teresa von Avila